Eternal Lies

Eternal Lies, Sitzung 1+2

Walter Winston war ein reicher Industrieller und Hobby-Okkultist, der von Geheimnissen umgeben war. Er reiste um die Welt und erlebte Abenteuer, von denen er zu Hause seinen Freunden berichtete… auch wenn das, was er erzählte, nie die ganze Geschichte war.
Zu den Freunden, die diesen Geschichten lauschten, zählten Lewis Carlisle, seines Zeichens Stadtrat von Chicago, und sein Sohn Leonard. Der kleine Leonard konnte von den Abenteuergeschichten nie genug bekommen und verehrte den weitgereisten Freund seines Vaters geradezu.
Es war im Jahr 1924 – Leonard Carlisle war 15 Jahre alt – als eine Veränderung eintrat. Walter Winston reiste nicht mehr, zog sich zurück und blieb sozialen Ereignissen fern – viele waren der Meinung er wäre „sonderlich“ geworden. Sein Vater Lewis blieb in Kontakt mit seinem alten Freund, aber was immer sie miteinander besprachen, sie taten es hinter verschlossenen Türen.
Es war ein gut gehütetes Geheimnis der Familie, daß Walter Winston seinen Geisteszustand untersuchen ließ. Zu den Nervenärzten, die ihn behandelten, zählte Dr. Maureen Miller, eine Berühmtheit auf ihrem Gebiet. Außerdem heuerte er einen neuen Leibwächter an, der ihm auch als Chauffeur und Pilot seines eigenen Flugzeugs diente – den Navy-Leutnant Robert York, einen ehemaligen Marineflieger.
Lewis Carlisle starb im Jahr 1936 und hinterließ sein Vermögen seinem Sohn. Walter Winston starb ein Jahr später, Anfang 1937, ohne seine Geheimnisse preisgegeben zu haben.
Mary Winston-Rogers, Tochter und Erbin von Walter Winston, veräußerte einige Erbstücke bei einem Garagenverkauf. Einer der Käufer war Dr. Jack Harper, ein Historiker, der in einem alten Möbelstück einige Briefe entdeckten, die er sogleich Mrs. Winston-Rogers zeigte. Dies war die erste Fährte, die Licht ins Dunkel bringen konnte, was Walter Winston im Jahr 1924 zugestoßen war… und damit beginnt unsere eigentliche Geschichte.

An einem nebligen Abend im Mai versammelt sich eine bunte Gesellschaft bei Tee und Keksen an einem denkbar unerwarteten Ort – eine Halle an einem kleinen Flughafen irgendwo an der Ostküste der USA.
Gastgeberin ist Mrs. Mary Winston Rogers, wobei Mr. Robert York, der nun für sie arbeitet, ihr zur Hand geht. Zu den Gästen zählen die bereits erwähnten Dr. Maureen Miller, Dr. Jack Harper und Mr. Leonard Carlisle. Abgerundet wird die Gesellschaft durch Mr. Elmer Smith, einen abgebrühten Privatdetektiv aus Boston, der mit seiner kaltschnäuzigen Art eine Menge Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Mrs Rogers bittet die Anwesenden, ihr bei der Aufklärung des Rätsels zu lösen, was im Jahr 1924 geschehen ist, das ihren Vater so sehr verändert hat. Der erste Anhaltspunkt sind die von Dr. Harper entdeckten Briefe. Sie stammen von einem gewissen Douglas Henslow, der im Joy Grove-Sanatorium in Savannah, Georgia behandelt wird, und zwar seit Jahren.

Unsere Helden besteigen das Flugzeug, das von Mr. York gesteuert wird und nach ereignislosem Flug am Flughafen von Savannah landet. Die Gruppe checkt im Hotel Ocean View ein und frühstückt, macht sich dann aber gleich zum Sanatorium auf.
Der behandelnde Arzt, Dr. Keaton, ist mit Dr. Millers herausragender Reputation vertraut und begeistert, sie kennenzulernen. Auf den gesuchten Patienten – Douglas Henslow – angesprochen, äußert Dr. Keaton sich fasziniert von diesem Fall, den er als „Geteilte Psychose“ bezeichnet, da Henslows Wahnvorstellungen mit denen eines anderen Patienten übereinstimmen, obwohl die beiden sich angeblich nie zuvor begegnet sind. Bei diesem anderen Patienten handelt es sich um einen gewissen Edgar Job, der wegen Totschlags verurteilt ist. Bei Gegenüberstellungen haben Henslow und Job stets so getan, als würden sie sich nicht kennen – nur einmal hat Henslow die Fassung verloren Jobb als „Monster“ beschimpft.
Die Gruppe spricht zuerst mit dem ziemlich verwirrten Henslow und kann dadurch bereits einige Teile des Puzzles zusammensetzen. Laut Henslow ar Jobb Mitglied eines Kultes, der irgendwelche abscheulichen Orgien feierte, bei denen eine Droge namens „Nektar“ eine Rolle spielte; der Name des Anführers lautet Ramon Echavarria. Das entscheidende Ereignis, fand offenbar 1924 in einer Scheune bei Los Angeles statt: eine Zeremonie, bei der eine Wesenheit beschworen werden sollte, die Henslow „das Ding mit den tausend Mäulern“ nennt.
Walter Winston war der Anführer einer Gruppe von fünfen, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Kult zu sprengen. Neben Douglas Henslow gehörten dazu ein gewisser Vince Stack, der Mann fürs Grobe; Katherine Clark, als Archivarin; und F. C. Cullman, ein Okkultist. Henslow hat seine Aufzeichnungen zu Hause versteckt; er gibt der Gruppe einen Zettel für den Hausmeister mit und rät ihnen, „Frank Hickering“ zu fragen.
Auf dem Weg von einem Patienten zum nächsten kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Elmer Smith von einem Insassen des Krankenhauses angegriffen und gebissen wird; Carlisle und York können den Angreifer mit vereinten Kräften bändigen.
Dann folgt das Gespräch mit Edgar Job, der zwar weniger verwirrt, aber trotzdem nicht die hellste Kerze auf der Torte ist. Er berichtet von den „Parties“, die Echavarria veranstaltet – worum es dabei ging, wüßte er angeblich nicht (deutet aber an, daß es dabei auch zu Vergewaltigungen kam). Job scheint aber der Mittelpunkt des Rituals gewesen zu sein, bei dem Echavarria eine Art Zauber auf ihn gesprochen hat. Das „Ding mit den tausend Mäulern“, das beschworen sollte, hat Echavarria auch als „Golgoroth“ oder „Fischer aus dem Jenseits“ bezeichnet. Job erwähnt auch einen Professor George Avery an der UCLA, der ihn mit Echavarria bekannt gemacht hat.
Dr. Keaton gewährt Dr. Miller Einblick in die Krankenakten, was noch ein paar Details zutage fördert. (Zum Beispiel behält er Job auf eigene Kosten hier, weil er ein Buch über den Fall schreiben will, mit dem er anscheinend berühmt werden möchte.) Die Polizeiakten sind wenig brauchbar; geteilte Zuständigkeiten zwischen dem LAPD und dem County Sheriff haben dazu geführt, daß Beweise verloren gingen und Jobb mit einem relativ milden Urteil davongekommen ist (wenn man bedenkt, daß er Vince Stack mit einem Messer umgebracht hat).
Unterm Strich hat die Gruppe um Winston und Henslow die Scheune vermutlich während des Rituals gestürmt und dabei um sich geschossen. Die Kultisten wehrten sich, und es gab Todesopfer. Das Ganze endete in einem Chaos, bei dem alle Beteiligten im Wesentlichen nur noch schreiend davonliefen.

Während Dr. Miller die Akten studiert, mietet der Rest der Gruppe ein Auto und fährt zum Haus der Familie Henslow. Mit 30 Grad Celsius ist es viel zu heiß für die Jahreszeit; die Fahrt führt am Sumpf vorbei, wo sich stinkende große Insekten – eine Art fliegende Kakerlaken – unseren Helden aufdrängen.
Das Haus ist ein baufälliges ehemaliges Plantagenhaus, der Putz bröckelt bereits ab. Die Plantage liegt teilweise brach; der Sumpf holt sich das Land allmählich zurück. Hausmeister Carruthers begrüßt die Gruppe freundlich und wird noch hilfsbereiter, nachdem der die Notiz von Douglas Henslow gelesen hat. Er bringt die Helden ins Haus und stellt sie der Hausherrin vor, Mrs. Henslow, Mutter von Douglas, die sich als eher einsilbig erweist. Dann bringt er sie in Douglas‘ Arbeitszimmer, das noch so aussieht, wie er es vor Jahren verlassen hat – einschließlich der schmutzigen Stiefel und zwei Eimern mit roter und blauer Farbe, die längst eingetrocknet sind. Schaufel, Taschenlampe, Pinsel und ein Garnknäuel mit roten und blauen Punkten vervollständigen das skurrile Stilleben.
Die versprochenen Aufzeichnungen oder Tagebücher sind im ganzen Zimmer nicht aufzufinden. Die einzigen Papiere hier liegen verbrannt in einer Schale (aber davon gibt es reichlich).
Beim Durchsuchen des Bücherschranks fällt Carlisle ein Buch des Kunsthistorikers Francis J. Hickering in die Hände – zweifellos jener Frank Hickering, den die Gruppe um Rat fragen sollten. Im Buch steckt ein Foto des Hauses; auf der Rückseite sind neben den Zahlen 2-5 einige Namen notiert.

Inzwischen hat Dr. Miller ein Taxi genommen, um ihre Begleiter am Haus der Henslows wieder einzuholen. Der Taxifahrer hält unterwegs an und steigt aus, um den Insassen eines anderen Wagens zu helfen, der eine Panne zu haben scheint. Miller ist in ihre Notizen versunken und nimmt zunächst gar nicht wahr, wie der Fahrer von den Insassen des anderen Fahrzeugs – zwei Asiaten – gründlich verprügelt wird, bis einer der beiden plötzlich neben ihrem Fenster auftaucht, ein zahnloses Grinsen zeigt und ihr einen Zettel in die Hand drückt. Kaum hat sie den Zettel gelesen („Drop this case – go home“), als der Fremde ihr auch schon ohne weitere Vorwarnung ins Gesicht schlägt. Miller zieht ihre Pistole und vertreibt die Schurken, merkt sich aber noch das Kennzeichen. Anschließend bringt sie den verletzten Taxifahrer ins Krankenhaus… und nimmt ein neues Taxi.

Wieder vereint, fragt die Gruppe Carruthers nach den Namen auf der Rückseite des gefundenen Fotos. Es stellt sich heraus, daß es sich um verstorbene Mitglieder der Familie Henslow handelt, die alle auf dem Grundstück beerdigt sind.
Als die Gruppe die Gräber untersucht, fängt es an zu regnen. Ein blauer Farbklecks an einem der Grabsteine bringt sie auf die Idee, mit dem gefundenen Wollfaden die Grabsteine zu verbinden – nur wie, das ist der schwierige Teil. Nach langem mühseligen Herumprobieren ist es Elmer Smith, der das Rätsel löst. Sie finden in einem der Gräber eine Metallschatulle, deren Inhalt die nächste Spur darstellt:

  • Ein Stein mit Bruchteilen eines Reliefs, zweifellos herausgebrochen
  • Einen letzten Brief an „W.“; vermutlich Walter Winston, aus dem hervorgeht, daß Henslow die losen Aufzeichnungen verbrannt, aber alles in einem Notizbuch aufgezeichnet hat, das sich nun in einem Schließfach der First Bank of Long Beach befindet
  • Einen Schlüssel, vermutlich für das besagte Bankschließfach

Und so geht die Suche weiter…

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